Investieren leicht gemacht
Hallo Daniel, wer bist du und was machst du bei BDO?
Ganz ehrlich: Mein Alltag besteht zu einem großen Teil aus Meetings, persönlichen Gesprächen, Excel und PowerPoint. Das klingt vielleicht banal, aber gerade hier liegt der eigentliche Schwerpunkt der Arbeit. Zahlen und Folien schaffen Struktur und Klarheit - Entscheidungen entstehen aber im Gespräch. Ohne Kommunikation, Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen funktionieren weder Transaktionen noch echte Veränderungen.
Beruflich bin ich Senior Consultant im Bereich Deal Advisory/Corporate Finance bei BDO. Ich arbeite an M&A-Transaktionen, begleite Unternehmen nach dem Closing in der Post-Merger-Integration und beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie Strategien auch wirklich umgesetzt werden – nicht nur auf Folien, sondern im echten Leben.
Durch meine eigene Gründungserfahrung bringe ich zusätzlich eine stark praxisorientierte Perspektive ein und denke Transaktionen nicht nur aus Investor:innensicht, sondern auch aus Unternehmer:innensicht. Genau diese Mischung macht für mich die Corporate Finance Karriere und die Consulting Arbeit bei BDO so spannend.
Du hast schon früh gegründet und ein eigenes Start-up für finanzielle Bildung aufgebaut. Was hat dich dazu motiviert?
Ich bin mit dem Thema Finanzen aufgewachsen, das war bei uns zu Hause einfach Teil des Alltags. Für mich war es selbstverständlich, mich früh mit Geld, dem Investieren und den wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Erst später habe ich gemerkt, dass das alles andere als selbstverständlich ist. Viele junge Menschen wollen investieren, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen oder welchen Quellen sie trauen können.
Mit meinem Start-up wollte ich genau diese Lücke schließen: fundierte Finanzbildung, verständlich erklärt und gemeinsam mit echten Expert:innen. Kein Hype, kein schnelles Reich-werden-Versprechen, sondern ein solides Fundament. Gleichzeitig war mir wichtig, zu zeigen, dass finanzielle Bildung kein elitäres Thema ist, sondern jede:n betrifft und erlernbar ist.
Mir ging es bei den Unternehmungen immer darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihre finanziellen Entscheidungen selbstbewusst und eigenständig zu treffen. Wenn jemand durch dieses Wissen langfristig ruhige und bessere Entscheidungen trifft, dann hat sich der Aufwand für mich bereits gelohnt. Bis heute verfolge ich dieses Ziel bei diversen Auftritten auf Podiumsdiskussionen, Foren oder anderen Events.

Beim Thema Investieren gibt es unzählige Möglichkeiten – von Krypto bis hin zu Aktien und Fonds. Welche 3 wichtigen Schritte rätst du jungen Menschen, die gerade erst anfangen wollen?
Beim Investieren ist es wichtig, sich nicht von besonders auffälligen oder übertriebenen Aussagen beeinflussen zu lassen. Vor allem auf Social Media wird viel versprochen, allerdings oft ohne Substanz. Wer die grundlegenden Zusammenhänge versteht und Inhalte kritisch hinterfragt, schützt sich vor schnellen Fehlentscheidungen.
Mindestens genauso entscheidend ist der Faktor Zeit. Ein früher Start und regelmäßiges Investieren sind langfristig deutlich wirkungsvoller als der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu wählen. Auch kleine Beträge können über Jahre hinweg einen großen Unterschied machen.
Und zuletzt sollte man das Investieren nicht mit einem Spiel verwechseln. Ziel ist es nicht, täglich zu handeln oder kurzfristige Gewinne zu erzielen, sondern langfristig Vermögen aufzubauen und auch bei Marktschwankungen ruhig zu bleiben.
Am Ende gilt: Jede:r muss selbst wissen, wofür er:sie investiert, welcher Zeithorizont einem:r zur Verfügung steht und wie viel Schwankung man emotional tatsächlich aushält. Das klingt banal, wird aber oft unterschätzt, gerade wenn Märkte unruhig werden.
Woher holt man sich am besten die richtigen Informationen zum Thema Investieren?
Gute Informationen erkennt man daran, dass sie Zusammenhänge erklären und nicht nur Ergebnisse zeigen. Mir haben vor allem Bücher geholfen, die sich mit Marktzyklen, Risiken und menschlichem Verhalten beschäftigen, weil sie langfristiges Denken fördern, anstatt den nächsten schnellen Trade zu versprechen. Solche Inhalte verändern den Blick auf Märkte nachhaltig und helfen, Entscheidungen besser einzuordnen.
Im Alltag halte ich mich bewusst an wenige, aber verlässliche Quellen. Ich lese nahezu täglich internationale Finanzmedien wie Bloomberg oder das Wall Street Journal, nicht um konkrete Anlageideen mitzunehmen, sondern um wirtschaftliche Entwicklungen, Stimmungen und globale Zusammenhänge einordnen zu können. Dieses kontinuierliche Lesen schärft das Verständnis dafür, warum Märkte sich bewegen und warum sie sich nicht immer rational verhalten.
Mindestens genauso wichtig ist für mich der Austausch mit Menschen, die echte Verantwortung tragen. Gespräche mit Unternehmer:innen, Investor:innen oder auch mit meinem Papa, der mir die Finanzwelt in die Wiege gelegt hat, liefern oft mehr Erkenntnisse als jede Schlagzeile, weil sie zeigen, wie Entscheidungen in der Praxis getroffen werden. Genau deshalb bin ich sehr kritisch bei schnellen Tipps oder angeblichen Geheimstrategien. Wenn etwas zu einfach klingt, ist es das in den meisten Fällen auch.
Was ist dein wertvollster Ratschlag, den du jungen Menschen geben würdest, um sich finanzielle Sicherheit zu schaffen?
Finanzielle Sicherheit entsteht nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis von Konsequenz, Disziplin und der Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Wenn ich auf meine Gründungen und meinen Weg zurückblicke, dann ist Folgendes mein größtes Learning: Man wächst hinein. Man macht Fehler. Aber genau dadurch entsteht Sicherheit – finanziell wie persönlich.