Von London nach Wien: Wie Kathrin Innovation bei BDO vorantreibt

Von London zurück nach Wien und mitten rein in die Innovation: Kathrin treibt als Head of Innovation bei BDO neue Ideen, KI-Projekte und Automatisierung voran. Im Interview verrät sie, welche Skills dafür in unserer Branche notwendig sind und warum sie privat trotzdem lieber über ganz analoge Zukunftsthemen nachdenkt.

Hallo Kathrin, wer bist du und was machst du bei BDO?

 

Ich bin Head of Innovation und darf gemeinsam mit meinem Team BDO in allen Innovations- und Transformationsbelangen unterstützen und begleiten. Das bedeutet, dass wir gemeinsam mit unseren Kolleg:innen Prozesse neu denken, Ideen sammeln und dann auch von der Idee bis zur Umsetzung mit an Bord sind. Von Automatisierungen bis zum KI-Projekt ist alles dabei.

 

Was hat dich damals überzeugt, von London nach Wien zu ziehen und dich BDO anzuschließen?

 

Wien allein ist schon Argument genug. ;-) Meine Zeit in London war toll und lehrreich – etwas, das ich nie missen möchte. Als gebürtige Wienerin war mir aber immer klar: Langfristig geht es wieder retour in eine der lebenswertesten Städte der Welt. Die Möglichkeit, meiner beruflichen Passion bei BDO nachzugehen, war dann nur mehr die Kirsche obendrauf. Das Bekenntnis, dass es zielgerichtete Innovation braucht und damit eine neu geschaffene Stabstelle, die das auch vorantreibt, ist ein deutliches Zeichen. Die große Aufgabe, das dann praktisch umzusetzen, hat mich von Anfang an begeistert und jetzt zu sehen, mit welcher Passion sich das Unternehmen und die Kolleg:innen in das Thema stürzen, bestätigt, dass das eine gute Entscheidung war.

Frau mit Sonnenbrille sitzt entspannt auf einem Balkon und isst aus einer Schüssel.

Wie bleibst du persönlich am Laufenden, was neue Trends und Tools betrifft?

 

Man muss schon sagen, heutzutage hat man oft das Gefühl, man kommt gar nicht mehr mit, so schnell verändert sich der Technologiemarkt. Ich setze daher sehr viel auf Austausch – einerseits mit meinem Team und andererseits mit Kolleg:innen aus anderen Unternehmen, auch aus anderen Branchen. Und natürlich gehört es auch dazu, sich selbst ständig weiterzubilden. Nach Möglichkeit reserviere ich mir daher gerne Zeit in meinem Kalender, um mich durch Blog- und Fachbeiträge zu lesen oder auch Fortbildungen und Webinare zu besuchen. Außerdem plane ich jedes Jahr ein paar Konferenzbesuche ein, um den Überblick zu behalten, was sich so tut.

Welche Skills braucht man, um Innovation in einem Umfeld wie Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Consulting voranzutreiben?

 

Wenn man an Innovation denkt, kommen einem heute vermutlich zuerst technische Skills in den Sinn. Das ist auch wichtig, keine Frage, aber viel wichtiger ist es, stattdessen den Menschen im Fokus zu sehen. Gerade in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung ist man zu einer gewissen Risikoaversität prädisponiert. Change und Transformation wird also teilweise mit einer natürlichen Skepsis begegnet. Die Fähigkeit, darüber hinwegzuhelfen und ein gutes Gespür für Menschen sind unter den wichtigsten Skills, die man braucht. Auch die Gabe, komplexe Fragestellungen in einfache Sprache zu übersetzen, ist wichtig – in unserer Brückenfunktion zwischen der technischen und der fachlichen Seite agieren wir in der Innovation oft als Übersetzer:innen.

 

Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur: Braucht man eine bestimmte „Fehlerkultur“, um Innovation zu ermöglichen?

 

Ganz nach dem Zitat von Brené Brown: „There is no innovation and creativity without failure. Period.“ Innovation bedeutet nichts anderes als neue Wege einzuschlagen oder alte Wege neu zu denken. Dabei passieren auch Fehler. Man stellt sich etwas leichter vor und muss sich dann manchmal auch eingestehen: Nein, das hatte schon einen Grund, warum das so ist. Als Unternehmen müssen daher die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Ausprobieren und eventuell auch Scheitern möglich sind. Ich glaube, jeder kennt die Scheu, im Arbeitsumfeld etwas „falsch“ zu machen, man will sich nicht blamieren. Umso wichtiger ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem man offen über Dinge spricht und Ideen teilt.

Frau hält einen weißen Welpen im Arm und kuschelt mit ihm im Freien.

Welche Zukunftsthemen begeistern dich persönlich am meisten und welche KI-Tools nutzt du privat?

 

Ich würde mich selbst zwar als technikaffinen Menschen beschreiben und darf auch immer IT-Support für die ganze Familie sein. Sobald da irgendwas nicht läuft, egal ob Netflix-Login, die gelöschten Fotos oder der Flug-Check-in, werde ich schon angerufen. Insofern überrascht es vielleicht, dass mich privat weniger die technologischen Zukunftsthemen umtreiben als die analogen: der Zustand der Welt, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Gesundheit – Fragen, bei denen Technologie höchstens ein Werkzeug, aber nicht die eigentliche Antwort ist.

Bei KI-Tools bin ich im Alltag pragmatisch unterwegs: Im Moment nutze ich Claude und Gemini, das kann sich aber jederzeit ändern. Tools wie diese helfen mir, Zeit bei organisatorischen Dingen einzusparen und mich auf die Dinge zu konzentrieren, die mir wirklich wichtig sind. Und das sind ganz analoge Themen im Leben wie Familie und Freunde.

Banner mit orangefarbenem Verlaufshintergrund. Im Vordergrund steht eine Person mit langen, lockigen braunen Haaren in einer weißen Bluse und dunkelblauen Hose. Sie blickt direkt in die Kamera und steht mit den Händen in den Hosentaschen. Rechts oben sind zwei kleinere Ausschnitte derselben Person als gestalterische Elemente eingebunden, darunter ein seitliches Porträt. Eine Person mit langen, lockigen braunen Haaren trägt eine weiße Bluse und eine dunkelblaue Hose. Sie steht mit den Händen in den Hosentaschen vor einem orangefarbenen Verlaufshintergrund und blickt direkt in die Kamera.

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